CFO Andreas Schoberleitner und CEO Christoph Knogler © Keba
Die international tätige Keba-Gruppe wächst erneut, setzt mit Keba Digital auf Industrial AI und baut mit der Übernahme von Transtechnik ihre Präsenz in Frankreich weiter aus.
Die Keba-Gruppe mit Hauptsitz in Linz/Urfahr blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds konnte das Unternehmen seine stabile Entwicklung fortsetzen und zentrale Zukunftsthemen konsequent vorantreiben.
Grundlage dafür ist die breite Aufstellung der Keba-Gruppe in unterschiedlichen Märkten, Branchen und Regionen. Sie schafft Resilienz in einem Umfeld, das insbesondere in Europa von schwacher Konjunktur, zurückhaltenden Investitionsentscheidungen sowie geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten geprägt war. Gleichzeitig kamen positive Impulse aus den asiatischen Märkten und den USA. Ein besonderer strategischer Schwerpunkt lag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf dem Ausbau des Software- und Digitalgeschäfts.
Mit Keba Digital hat die Unternehmensgruppe ein neues Zukunftsfeld auf den Weg gebracht: Industrial Intelligence – also den Einsatz von KI in wertschöpfenden industriellen Prozessen. Keba verbindet dabei jahrzehntelange Erfahrung in industrietauglicher Software mit der Expertise des integrierten KI-Unternehmens 7LYTIX und der eigenen Anwendungserfahrung mit KI in operativen Prozessen. Damit erweitert Keba ihr Angebot um digitale Lösungen, Services und KI-basierte Anwendungen für bestehende und neue Branchen.
Geschäftsjahr 2025/26
Die Keba-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2025/26 (April 2025 bis März 2026) einen Gesamtumsatz von 544,4 Mio. Euro erzielt und damit ein solides Wachstum von rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Vor dem Hintergrund eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds unterstreicht diese Entwicklung die Stabilität und Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe.
Der internationale Geschäftsanteil blieb mit rund 89 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. In der EU ohne Österreich wurden rund 64 Prozent des Umsatzes erzielt, in Asien circa 17 Prozent und im Rest der Welt rund 8 Prozent. Österreich trug gut 11 Prozent zum Gruppenumsatz bei. Damit bleibt die internationale Ausrichtung sowohl ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Keba-Gruppe als auch eine wichtige Grundlage für Kundennähe in den jeweiligen Zielmärkten.
Der Personalstand der Gruppe lag zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres bei rund 2.100 Mitarbeiter:innen auf Basis von Vollzeitäquivalenten. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter:innen ist in Österreich beschäftigt, knapp 30 Prozent in Deutschland. Damit bilden Österreich und Deutschland weiterhin die größten Standortbereiche der Unternehmensgruppe. Rund 10 Prozent der Mitarbeiter:innen sind in Asien tätig. Aktuell bildet Keba in Österreich und Deutschland 74 Lehrlinge bzw. Auszubildende aus.
Für ein Technologieunternehmen wie Keba sind Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Innovationsfelder von zentraler Bedeutung – sowohl für den langfristigen Unternehmenserfolg als auch für die technologische Positionierung. Dementsprechend hat die Keba-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2025/26 erneut einen erheblichen Teil ihres Umsatzes in F&E investiert. Die F&E-Aufwendungen beliefen sich auf 91,8 Mio. Euro. Das entspricht einer F&E-Quote von rund 16,9 Prozent.
Drei starke Geschäftsfelder
Die drei Geschäftsfelder der Keba-Gruppe – Industrial Automation, Handover Automation und Energy Automation – waren im Geschäftsjahr 2025/26 mit unterschiedlichen Marktdynamiken konfrontiert und konnten allesamt wichtige Impulse für die Entwicklung der Unternehmensgruppe setzen. So wurden in allen Bereichen Produkt- und Innovationsvorhaben vorangetrieben, Kundenbeziehungen ausgebaut und technologische Zukunftsthemen weiterentwickelt.
Das Geschäftsfeld Industrial Automation behauptete sich in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld. Während die Investitionsbereitschaft im europäischen Maschinen- und Anlagenbau verhalten blieb, zeigten sich internationale Märkte stabiler.
Keba konnte dabei ihre Kompetenz als Automatisierungspartner für Maschinen- und Anlagenhersteller weiter ausspielen. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung zentraler Steuerungs- und Antriebsplattformen, digitale Werkzeuge und Lösungen. Auch künstliche Intelligenz gewinnt in der industriellen Automatisierung weiter an Bedeutung. Keba arbeitet hier an Lösungen, die Maschinen und Anlagen dabei unterstützen, auch bei komplexen Anforderungen präzise, flexibel und effizient zu arbeiten. All das, dank On-Device AI, digital souverän und in Echtzeit.
Sehr erfreulich entwickelte sich das Geschäftsfeld Keba Handover Automation. Wesentliche Impulse kamen hier aus den Segmenten Banking Automation und Logistics Automation. Im Bankenumfeld konnte Keba ihre Marktposition durch Neukundengewinnung und mit der neuen Generation an Cash-Recycling-Systemen (KePlus F20) weiter stärken, die einen speziellen Fokus auf Barrierefreiheit setzt. In der Logistik bestätigte sich erneut der hohe Bedarf an automatisierten Übergabelösungen für effiziente und flexible Paketzustell- und Retourenprozesse. Auch hier brachte Keba im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Generation an Paketstationen (loxmate), die erstmalig einen autarken Betrieb durch integrierte Photovoltaik und Akkutechnologie ermöglicht.
Auch das Segment der KI-gestützten Assistenzlösungen wurde weiterentwickelt. Mit dem Produkt KeBob zeigt Keba, wie künstliche Intelligenz in SB-Zonen und sensiblen Bereichen konkreten Mehrwert schaffen kann – von mehr Sicherheit und Servicequalität bis hin zu neuen Anwendungsmöglichkeiten, etwa in der Logistik.
Das Geschäftsfeld Keba Energy Automation setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr wichtige Schritte zur weiteren Stärkung seiner Position in Energie- und Mobilitätsthemen. Im Bereich Elektromobilität wurde das Angebot an AC- und DC-Ladelösungen ausgebaut. Ein Meilenstein war dabei die im Juni 2026 auf der Power2Drive-Messe präsentierte neue Generation an DC-Schnellladern (KeContact DCA20, DCS20), mit der Keba gezielt auf die Anforderungen professioneller Ladeinfrastruktur für Pkw und Lkw im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich eingeht.
Im für die Energiewende ebenso wichtigen Heizungsmarkt, in dem Keba Steuerungspartner von Herstellern von Biomasseheizungen und Wärmepumpen ist, zeigte sich nach einem herausfordernden Vorjahr eine Stabilisierung. Dazu trugen normalisierte Lagerbestände sowie eine vorsichtige Erholung der europäischen Marktsituation bei.
Keba Digital: Softwareschmiede für industrielle KI
Ein weiterer wichtiger strategischer Meilenstein im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Gründung von Keba Digital. Die neue Einheit wurde im Geschäftsjahr 2025/26 vorbereitet, gegen Ende des Geschäftsjahres gegründet und der Öffentlichkeit im Juni 2026 offiziell vorgestellt. Damit bündelt die Keba-Gruppe erstmals die Vermarktung hardwareunabhängiger digitaler Lösungen in einer eigenen Gesellschaft.
Keba Digital verbindet die fast 60-jährige Softwareerfahrung von Keba mit der KI-Expertise der 2025 integrierten 7LYTIX GmbH. Entwickelt werden industrielle KI-Lösungen, die hardwareunabhängig in unterschiedlichen etablierten und neuen Marktsegmenten angeboten werden.
Software ist seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil nahezu aller Keba-Produkte – von Industriesteuerungen über Geldautomaten und Paketstationen bis hin zur Ladeinfrastruktur. Mit Keba Digital wird diese Expertise nun erstmals auch hardwareunabhängig in Form von KI-Dienstleistungen, digitalen Produkten sowie skalierbaren industrietauglichen und AI-nativen Plattformen angeboten.
Das Prozess-, Entscheidungs- und Domänenverständnis, das Keba sowohl aus der eigenen Praxis als produzierendes Technologieunternehmen als auch aus der jahrzehntelangen Erfahrung als Anbieter industrieller Software- und Automatisierungslösungen aufgebaut hat, bildet eine wesentliche Grundlage für den Anspruch der neuen Einheit: sich mit echter industriell einsetzbarer KI von anderen Softwareanbietern zu differenzieren.
Keba Digital richtet sich dabei mit ihren Lösungen nicht nur an Anwendungen in der Produktion, sondern an das gesamte industrielle Ökosystem, zu dem auch das Gesundheits- und Finanzwesen gezählt wird. Geführt wird Keba Digital von Sulejman Ganibegovic als CEO und Hannes Kaufmann als CTO. Gemeinsam verbinden sie Erfahrung im Aufbau digitaler Produkte mit industrieller Software- und Systemkompetenz. Mit Keba Digital unterstreicht die Keba-Gruppe ihren Anspruch, digitale Transformation aktiv mitzugestalten und ihre Position als innovativer Technologiepartner weiter auszubauen.
KI bei Keba: vom Produkt bis zur Organisation
Neben dem Aufbau von Keba Digital zeigt sich der KI-Schwerpunkt der Gruppe in konkreten Anwendungen. Bereits 2023 stellte das Unternehmen ein erstes serienreifes KI-Modul für die industrielle Automation vor, das etwa bei Anwendungen rund um Computer Vision, Objekterkennung oder Roboterführung zum Einsatz kommt. Auch im Geschäftsfeld Handover Automation gewinnt KI weiter an Bedeutung: Mit KeBob bietet Keba ein KI-gestütztes Assistenzsystem an, das sicherheitsrelevante Situationen in SB-Zonen und sensiblen Bereichen erkennen kann und mit diesen Fähigkeiten auch Potenzial für weitere Anwendungen zeigt.
Diese Beispiele zeigen den Zugang von Keba zu industrieller KI: Entscheidend ist nicht die Technologie allein, sondern ihr konkreter Nutzen in realen Anwendungen. Gerade dort, wo KI in Maschinen, Anlagen und Prozesse integriert wird, braucht es neben Software- und Datenkompetenz auch ein tiefes Verständnis für industrielle Abläufe, Sicherheit und Qualität. Europa verfügt hier mit seiner starken industriellen Basis, hoher Engineering-Kompetenz und langjähriger Erfahrung in Maschinenbau, Automatisierung und Produktion über gute Voraussetzungen. Als produzierendes Technologieunternehmen und langjähriger Anbieter von Automatisierungs- und Softwarelösungen bringt Keba diese Perspektive in die Entwicklung industrieller KI-Anwendungen ein.
Parallel dazu bringt Keba als KI-Vorreiter künstliche Intelligenz auch innerhalb der Organisation stärker in die Anwendung. Mit der AI Insider Community wurde eine unternehmensweite Plattform geschaffen, die Wissen bündelt, Austausch fördert und KI anhand externer Impulse sowie interner Praxisbeispiele greifbar macht. Ergänzt durch gezielte Trainings und Initiativen zum Kompetenzaufbau sowie einer eigenen KI Task Force stärkt Keba Mitarbeiter:innen im kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit KI und entwickelt den sinnvollen Einsatz der Technologie im Arbeitsalltag laufend weiter.
Fokus auf die USA
Die Keba -Gruppe ist international breit aufgestellt: Mit 28 Standorten in 16 Ländern – in Europa, den USA und China – verfügt das Unternehmen über ein starkes Netzwerk in seinen Zielmärkten. Diese internationale Präsenz ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Sie ermöglicht Kundennähe, ein besseres Verständnis regionaler Anforderungen und schafft die Grundlage, Marktchancen gezielt zu nutzen.
Der US-Markt gewinnt für Keba strategisch weiter an Bedeutung. Bereits heute ist Industrial Automation dort gut etabliert. Auf dieser Basis will Keba die Marktpräsenz schrittweise ausbauen – zunächst über Service, Vertrieb und gezielte Marktbearbeitung, perspektivisch auch durch zusätzliche lokale Wertschöpfung, sofern Marktgröße und Kundenbedarf dies rechtfertigen.
Keba übernimmt Transtechnik und baut Präsenz in Frankreich weiter aus
Mit Transtechnik SAS übernimmt die erfolgreiche Unternehmensgruppe einen etablierten französischen Spezialisten für Automatisierungs- und Mechatroniklösungen und baut damit ihre Präsenz im französischen Markt weiter aus.
Transtechnik mit Sitz nahe Dijon ist ein etablierter französischer Spezialist für kundenspezifische Automatisierungslösungen. Das 1987 gegründete Unternehmen begleitet industrielle Kunden über den gesamten Projektverlauf: von der Beratung und Planung über die Auswahl, Auslegung und Integration geeigneter Komponenten bis hin zur Inbetriebnahme. So verbindet Transtechnik fundiertes Produkt-Know-how mit hoher Applikationskompetenz und entwickelt passgenaue Lösungen für industrielle Anforderungen.
Mit langjähriger Markterfahrung und ausgeprägter Kundennähe ist Transtechnik im französischen Automatisierungsmarkt fest etabliert. Das Unternehmen betreut eine Vielzahl an Kunden aus unterschiedlichen Industrien, darunter Kosmetik, Verpackung und Lebensmittel, und verfügt über umfassende Projektierungskompetenzen.
Keba und Transtechnik arbeiten seit vielen Jahren im Bereich der Industrieautomation erfolgreich zusammen. Darauf aufbauend wird die Transtechnik SAS nun Teil der Keba-Gruppe. Damit setzen beide Unternehmen den nächsten strategischen Wachstumsschritt und schaffen die Basis für den weiteren gemeinsamen Ausbau des Frankreich-Geschäfts.
Der französische Automatisierungsmarkt ist einer der größten in Europa. Mit der Übernahme von Transtechnik und ihrer starken lokalen Organisation verbindet Keba umfassende Expertise in Linearmotortechnologie und Kundenapplikationen mit dem eigenen angestammten Automatisierungsportfolio. Transtechnik wird als 100-Prozent-Tochter dem Geschäftsbereich Industrial Automation der Keba-Gruppe angehören. Der Standort in Ahuy bei Dijon und die Marke „Transtechnik“ für das Projektgeschäft in Frankreich werden fortgeführt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen. Die bisherigen Eigentümer bleiben als lokales Management an Bord und gestalten die weitere Entwicklung von Keba in Frankreich mit. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am 15. Juli 2026. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Closing wird vorbehaltlich aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen im Herbst 2026 erwartet.
„Die Übernahme von Transtechnik ist ein konsequenter Schritt in unserer Wachstumsstrategie für Frankreich. Wir stärken damit unsere lokale Präsenz in einem der wichtigsten europäischen Automatisierungsmärkte und schaffen die Basis, unser Geschäft dort langfristig weiter auszubauen. Zugleich verbinden wir die Markt- und Applikationskompetenz von Transtechnik mit der technologischen Breite der Keba-Gruppe. Mittelfristig werden wir mit diesem ersten Standort in Frankreich einen Hub etablieren, den wir für das lokale Business Development aller Keba-Geschäftsfelder nutzen werden“, erläutert Christoph Knogler, CEO der Keba-Gruppe.
Für Keba ist die Übernahme ein wichtiger strategischer Schritt im Ausbau des Frankreich-Geschäfts. Die Gruppe ist im französischen Markt bereits mit Automatisierungs- und SB-Lösungen sowie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge erfolgreich aktiv. Mit Transtechnik kommt nun in der Keba-Gruppe ein eigener lokaler Standort in Frankreich hinzu, der die direkte Betreuung industrieller Kunden stärkt und die weitere Marktdurchdringung insgesamt unterstützt.
„Transtechnik und Keba kennen einander seit vielen Jahren aus der erfolgreichen Geschäftsbeziehung im französischen Markt. Die Zugehörigkeit zur Keba-Gruppe eröffnet uns neue Möglichkeiten, unser Lösungsangebot weiterzuentwickeln und unsere Kunden auch künftig zuverlässig und mit hoher technischer Kompetenz zu begleiten. Gleichzeitig bleiben die Marke Transtechnik, unser Team und unser Standort in Ahuy nahe Dijon erhalten – das schafft Kontinuität für Kunden, Partner und Mitarbeitende“, erklärt Bruno Coupechoux, Geschäftsführer von Transtechnik. (BO)
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