Die EU-Ausichtung auf E-Autos bereitete Obrist Schwierigkeiten © APA - Austria Presse Agentur
Über Unternehmen der Vorarlberger Technologie-Gruppe Obrist ist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch auf Eigenantrag das Konkursverfahren eröffnet worden. Betroffen sind die Obrist Powertrain GmbH und die Obrist Technologies GmbH mit Verbindlichkeiten von knapp 25 Mio. Euro. Angaben der Gruppe zufolge ist die im benachbarten Bayern ansässige Marketing-, Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft Obrist DE ebenfalls insolvent, dort betragen die Schulden 6,8 Mio. Euro.
Mehrere Kreditschutzverbände informierten am Mittwoch über die Eröffnung der Konkursverfahren, nachdem die "Vorarlberger Nachrichten" unter Bezugnahme auf Firmengründer Frank Obrist bereits am Dienstag über die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaften berichtet hatten. Das Stammunternehmen der Gruppe - die Obrist Engineering GmbH mit etwa 30 Mitarbeitenden - ist nicht betroffen. "Alle aktuellen Planungen zu Aufwänden, Kosten, Finanzen weisen auf eine positive Entwicklung hin", sagte Obrist.
Klimapositive Technologien
Die Obrist-Gruppe mit Sitz in Lustenau ist ein international tätiges Technologieunternehmen. Entwickelt werden klimapositive Technologien für die Automobilindustrie, den Energiesektor und im Bereich Thermomanagement. Die 2011 gegründete Obrist Powertrain GmbH beschäftigte sich mit neuen Antriebslösungen. Die 2012 ins Leben gerufene Obrist Technologies GmbH wiederum entwickelte Verfahren zur Herstellung von E-Fuels. Die Obrist Powertrain GmbH (neun Dienstnehmer) weist Verbindlichkeiten von etwa 18,8 Mio. Euro (34 Gläubiger) auf, bei der Obrist Technologies GmbH (keine Dienstnehmer) sind es rund 6 Mio. Euro (zehn Gläubiger). Die Obrist DE mit Sitz im bayrischen Lindau beschäftigte zuletzt fünf Personen. Die kumulierten Verbindlichkeiten der drei Gesellschaften belaufen sich auf rund 31,6 Mio. Euro.
Der überwiegende Teil der Verbindlichkeiten entfällt laut Obrist auf Banken - etwa 12 Mio. Euro bei der Powertrain GmbH - sowie gruppeninterne Kredite (11,9 Mio. Euro). Besicherungen seien durch vorhandene Unternehmensimmobilien, Unternehmensinfrastruktur, Sparguthaben und die Gesellschafter selbst gegeben.
Durchbruch nicht gelungen
Frank Obrist begründete die Konkurse mit hohen Entwicklungskosten über viele Jahre hinweg und einem ausbleibenden nachhaltigen Durchbruch. Den Kreditschutzverbänden zufolge hat auch die anhaltende Krise der europäischen Automobilindustrie eine Rolle gespielt. Außerdem habe sich die strategische Entscheidung der Europäischen Union, in Europa langfristig auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge umzusteigen, negativ auf die Idee von nachhaltigen, hybriden Antriebssystemen ausgewirkt.