Trump hebt einige Zölle gegen das Nachbarland wieder auf © APA - Austria Presse Agentur

US-Präsident Donald Trump hat die 50-prozentigen Zölle auf einige kanadische Agrar- und Forstprodukte offiziell aufgehoben. Mit dem am Freitag unterzeichneten Dekret will er der republikanischen Senatorin Susan Collins im Bundesstaat Maine im Wahlkampf helfen - ein Schritt, den der demokratische Senator Ron Wyden als "verzweifelten Versuch in letzter Minute" zur Rettung ihrer politischen Karriere kritisierte.

Die Änderungen treten am 30. Oktober in Kraft, vier Tage vor der Wahl am 3. November. Von den Zöllen ausgenommen sind nun unter anderem Sperrholzplatten, bestimmte Papierprodukte, Maschinen und Kühlanlagen, Verpackungskisten und -kartons sowie frischer und getrockneter Seetang, teilte das Weiße Haus mit. Um dies auszugleichen, setzte Trump andere kanadische Produkte auf die Zollliste, darunter Teppiche, Farben, Shampoos, Kakaopulver, Holzsärge, Eisstiele, Klimaanlagen, Gefriertruhen, Bogensportartikel und Kanus.

Collins begrüßt Schritt

Collins, die sich in Maine ein enges Rennen mit dem Demokraten Troy Jackson liefert, begrüßte den Schritt. Die Erleichterungen würden den Heidelbeer-, Kartoffel-, Apfel- und Seetangproduzenten in Maine helfen. "Viele unserer Landwirte und Erzeuger sind auf spezielle Ausrüstung, Verpackungsmaterialien und andere Produkte aus Kanada angewiesen", erklärte sie. Ihr Herausforderer Jackson warf Trump dagegen vor, das Leben der Menschen in Maine mit seinen Handelskriegen schwerer und teurer gemacht zu haben.

Die Wirtschaft der nördlichen US-Bundesstaaten wie Michigan und Maine ist eng mit Kanada verflochten. Die Republikaner müssen die dortigen Senatswahlen wahrscheinlich gewinnen, um ihre Mehrheit im US-Senat zu verteidigen. Trump hatte im August 50-prozentige Zölle auf kanadische Importe im Wert von 20 Milliarden Dollar verhängt, woraufhin Kanada mit Vergeltungszöllen reagierte. Trump sagte am Freitag, Kanada arbeite an einem Abkommen. Zudem hatte er nach Intervention des republikanischen Senators Roger Marshall, der in Kansas ebenfalls um seine Wiederwahl kämpft, die Drohung zurückgenommen, den kanadischen Flugzeugbauer Bombardier vom US-Markt auszuschließen.