SPÖ Schmidt: Ausweitung nur digital und ohne Personal © APA - Austria Presse Agentur
Die SPÖ schiebt Ideen zur Liberalisierung der Öffnungszeiten, in denen auch Personal involviert ist, einen Riegel vor und verweist auf das "in dieser Hinsicht äußerst klare Regierungsprogramm", sagte SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt auf APA-Anfrage. Darin seien lediglich Liberalisierungen der Öffnungszeiten von "Nahversorgern, die gänzlich digital oder in Randzeiten digital und ohne Personal betrieben werden" vereinbart worden. Den Vorstoß der NEOS lehnt Schmidt ab.
Eine klare Absage zu längeren Öffnungszeiten kommt auch von der Gewerkschaft GPA. "Was so leichtfertig als Flexibilität bezeichnet wird, gehört für die Handelsangestellten längst zu den größten Belastungen im Alltag. Hinter jeder kurzfristigen Dienstplanänderung stehen Menschen, die ihre Kinderbetreuung neu organisieren oder gemeinsame Zeit mit ihrer Familie streichen müssen. Ausgerechnet davon noch mehr zu verlangen, ist eine Frechheit", kritisiert GPA-Chefin Barbara Teiber.
Initiative von Schellhorn
NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn hatte sich unter anderem dafür ausgesprochen, die Öffnungszeiten für eigentümergeführte Geschäfte, in denen der Unternehmer selbst arbeitet, auszuweiten. Dies würde deutlich weitreichenderen Sonntagsöffnungen im Handel Tür und Tor öffnen und entgegen dem Regierungsprogramm auch persönliche Anwesenheiten von Personal im Geschäft vorsehen, so die Regierungskoordinatorin. Eine weitreichende Sonntagsöffnung sei im Regierungsprogramm nicht vereinbart und komme für die SPÖ nicht in Frage, stellte Schmidt klar.
In Geschäften ohne Angestellte kann sich auch ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer längere Ladenöffnungszeiten vorstellen. Es gehe um "alle Betriebe und Verkaufsmöglichkeiten, in denen es keine angestellten Mitarbeiter gibt. Diese sollen von der geltenden Ladenöffnungszeitregelung ausgenommen werden", sagte er kürzlich.
Rewe für Ausweitung, Spar mit Regelung zufrieden
Zuletzt forderte auch der Chef des Handelskonzerns Rewe (Adeg, Billa, BillaPlus, Bipa, Penny) in Österreich, Marcel Haraszti, die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten in Österreich von 72 auf 78 Wochenstunden. Zudem sprach er sich dafür aus, die im Regierungsprogramm verankerte Gleichstellung von Selbstbedienungs- und hybriden Märkten mit Automatenshops umzusetzen. Bei Spar zeigte man sich zufrieden mit 72 Stunden und den geltenden Sonderregelungen.