Vierter Rekord-Quartalsgewinn in Folge für Samsung © APA - Austria Presse Agentur
Samsung hat für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won, was einem Anstieg um fast das Neunfache entspricht, und einen Umsatz von 195 Billionen Won prognostiziert, teilte der südkoreanische Elektronikkonzern am Donnerstag mit. Analysten hatten mit Erlösen von 199,6 Billionen Won gerechnet. Der operative Gewinn übertraf zudem die Analystenschätzung von 106,1 Billionen Won, wie aus Daten von LSEG hervorging.
Für den am Umsatz gemessen weltgrößten Speicherchip-Hersteller ist dies der vierte Rekord-Quartalsgewinn in Folge. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn 12,17 Billionen Won betragen.
Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren kann die Branche den Bedarf derzeit nicht decken. Die Nachfrage erstreckt sich dabei über KI-Hochleistungsspeicher (HBM) hinaus auch auf herkömmliche DRAM- und NAND-Bausteine, die in PCs und Smartphones zum Einsatz kommen. Die Angebotslage wird sich Samsung zufolge frühestens 2027 entspannen. Um die hohen Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten abzusichern, strebt der Konzern langfristige Lieferverträge mit Betreibern von Rechenzentren an. Insidern zufolge kann er darüber hinaus dank der weltweit knappen Produktionskapazitäten in der Chip-Auftragsfertigung höhere Preise verlangen. Analysten erwarten daher, dass diese Sparte bereits im kommenden Jahr und damit früher als geplant profitabel wird.
Preisanstieg für Speicherbausteine verlangsamt
In den vergangenen Monaten verlangsamte sich der Preisanstieg für Speicherbausteine jedoch. Dies nährte Spekulationen, dass der KI-Boom abflaut und die Gewinnmargen ihren Höhepunkt überschritten haben. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce rechnet bis zum Jahresende mit Preiserhöhungen zwischen zehn und 15 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. Zwischen April und Juni hatten sich Speicherchips um rund 60 Prozent verteuert. Einer der Gründe hierfür sei, dass in der Branche langfristige Lieferverträge eine immer größere Rolle spielten, erläuterte TrendForce-Managerin Avril Wu. Darin würden Preisobergrenzen vereinbart. Ihr Kollege Kinngai Chan vom Research-Haus Summit Insights wies darauf hin, dass zudem chinesische Anbieter in den Markt für DRAM- und NAND-Bausteine drängten.
Der Boom ist für Samsung jedoch ein zweischneidiges Schwert. Während die Halbleitersparte von den hohen Preisen profitiert, erhöhen sich zugleich die Kosten für die eigenen Sparten für Smartphones und Unterhaltungselektronik. Dies drückt dort auf die Gewinnmargen. Ein stärkerer südkoreanischer Won könnte zudem die im Ausland erzielten Einnahmen bei der Umrechnung geschmälert haben.
Samsung will im laufenden Jahr die Rekordsumme von umgerechnet 73 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten. Die Beschäftigten profitieren ebenfalls vom aktuellen Erfolg. Sie hatten sich im Frühjahr deutlich erhöhte Bonuszahlungen erstritten. Detaillierte Geschäftszahlen will das Unternehmen am 29. Oktober vorlegen.