Flexible Zeitgestaltung ist ein wichtiges Gründungsmotiv © APA - Austria Presse Agentur

Der Boom bei den Unternehmensgründungen in Österreich setzt sich fort. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 ist die Zahl der neu gegründeten Firmen (ohne Personenbetreuer) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf 21.718 gestiegen. Bereits im Jahr 2025 hatte die Wirtschaftskammer (WKÖ) bei österreichweit knapp 40.000 neuen Betrieben von einem "Gründerboom" gesprochen.

Die meisten neuen Betriebe entstanden im ersten Halbjahr in den Sparten Gewerbe und Handwerk (37,8 Prozent), Information und Consulting (23,4 Prozent) sowie im Handel (22,9 Prozent). Der Großteil der Gründungen (82,6 Prozent) erfolgte als Einzelunternehmen, wovon 42,5 Prozent von Frauen ins Leben gerufen wurden. Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer betrug 36,6 Jahre, wobei die Kammer vor allem bei jungen Altersgruppen Zuwächse verzeichnete.

Mehr als 40 Prozent starten nebenberuflich

Als Hauptmotive für die Selbstständigkeit nannten die Befragten einer WKÖ-Umfrage den Wunsch, die eigene Chefin oder der eigene Chef zu sein (67,9 Prozent), sowie eine flexiblere Zeitgestaltung (67,6 Prozent). Mehr als 40 Prozent starteten zunächst nebenberuflich in die Selbstständigkeit.

Trotz der hohen Gründungsbereitschaft sieht die Wirtschaftskammer Hürden durch die Bürokratie. "Die Gründungsbereitschaft ist da, jetzt müssen die Rahmenbedingungen Schritt halten", sagte WKÖ-Präsidentin Martha Schultz laut einer Aussendung. Als konkrete Maßnahmen fordert die Kammer einen zentralen digitalen "One-Stop-Shop" für sämtliche gewerblichen Gründungen. Zudem spricht sich die WKÖ für einen Beteiligungsfreibetrag aus, durch den private Beteiligungen an Unternehmensgründungen von bis zu 100.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren steuerlich absetzbar wären.