Der US-Pharmakonzern Merck & Co hat dank der ungebrochen starken Nachfrage nach seinem Krebsmedikament Keytruda im zweiten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und seine Jahresziele angehoben. Der Umsatz mit dem Kassenschlager, der für hohe Kosten in Österreichs Gesundheitssystem sorgt, stieg zwischen April und Juni um fünf Prozent auf 8,37 Milliarden Dollar (7,26 Mrd. Euro) und übertraf damit die Erwartungen von Analysten deutlich, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Insgesamt legten die Erlöse um fünf Prozent auf 16,61 Mrd. Dollar zu. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern, der in Europa unter dem Namen Merck Sharp & Dohme (MSD) auftritt, nun mit einem Umsatz zwischen 66,3 und 67,3 Mrd. Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,66 und 2,76 Dollar liegen, wobei hier Belastungen aus jüngsten Übernahmen bereits enthalten sind.

Neues Mittel QLEX

Ein wesentlicher Treiber für den Erfolg von Keytruda sei das neue, unter die Haut gespritzte Mittel QLEX, das 463 Millionen Dollar zum Umsatz beigetragen habe. Finanzchefin Caroline Litchfield sagte in einem Interview, der Anteil von QLEX am US-Geschäft liege bereits im zweistelligen Prozentbereich. Gemeinsam mit anderen Medikamenten seiner Art hat Keytruda die Krebstherapie grundlegend revolutioniert. Es hilft dem Körper, Krebszellen selbst zu erkennen und zu bekämpfen - und hat damit für viele Krebserkrankte die Lebenserwartung deutlich gesteigert.

In Österreich versuchen die Zeitung "Der Standard" und das Nachrichtenmagazin "profil" mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes derzeit herauszufinden, wie viel die Spitäler für Keytruda ausgeben. Den beiden Medien zufolge gibt Österreich für Keytruda so viel wie für kein anderes Medikament aus.

Die Beantwortung einer grünen Anfrage im Vorarlberger Landtag zeigt demnach, dass das MSD-Mittel 12 Prozent der Medikamentenausgaben in den Vorarlberger Spitälern ausmacht. Im Krankenhaus der Stadt Dornbirn sind es sogar fast 25 Prozent.

Österreich gibt dreistelligen Millionenbetrag für Keytruda aus

Österreichweit liegen die jährlichen Ausgaben der öffentlichen Hand für das Medikament laut "Standard" im dreistelligen Millionenbereich. Die exakte Summe ist aufgrund der Geheimhaltungsklauseln in den Verträgen mit dem Pharmakonzern unbekannt.

Im stationären Bereich werden Medikamente nicht zentral eingekauft, sondern jeder Spitalsverbund verhandelt für sich selbst - ohne die Preise der Krankenhäuser in den anderen Bundesländern zu kennen. Der Zeitung zufolge kann nicht einmal das Gesundheitsministerium beantworten, wie viel die öffentlichen Spitäler in Österreich für Keytruda ausgeben.

(APA)