Die Inflation hat viel vom Vermögenszuwachs runter geknabbert. © APA - Austria Presse Agentur

Das Geldvermögen der Haushalte ist in Österreich 2025 um fünf Prozent auf 968,6 Mrd. Euro angewachsen. Mehr als die Hälfte der Neuanlagen floss in Wertpapiere, der Anteil der Bankeinlagen befand sich auf historischem Tiefstand, geht aus dem aktuellen "Allianz Global Wealth Report" hervor. Das globale Geldvermögen erhöhte sich im Vorjahr um 8,6 Prozent auf den Rekordwert von 268,4 Billionen Euro. Vier von fünf Euro des Vermögenszuwachses stammten demnach aus Wertsteigerungen.

Für heuer wird ein weltweites Plus von 9 Prozent erwartet, Treiber könnte KI sein. Hohe Bewertungen stellten wiederum ein Risiko dar. In dem Report wird die Vermögens- und Verschuldungssituation in fast 60 Ländern analysiert. Wobei Österreich mit einer Steigerung von 5 Prozent hinter der globalen Dynamik zurückblieb, jedoch stärker wuchs als Westeuropa mit plus 4,5 Prozent.

Inflationsbereinigt geringer Vermögenszuwachs

Deutlich verhaltener fällt die Bilanz für Österreich aus, wenn man die Teuerung berücksichtigt. Inflationsbereinigt wuchs das Geldvermögen um 1,4 Prozent. Seit 2019 stieg die Kaufkraft um lediglich 1,7 Prozent. Das ist mehr als in Westeuropa (0,5 Prozent), aber weit weniger als im globalen Durchschnitt (23 Prozent). Fazit der Ökonomen: "Der Inflationsschock ist nicht überwunden."

Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz, ergänzte: "Das globale Geldvermögen hat 2025 erneut einen Rekord erreicht - doch nominale Rekorde erzählen nur die halbe Geschichte. Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen, real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent." In Westeuropa sei die Entwicklung noch schwächer gewesen. Dort lag das reale Geldvermögen 2025 lediglich 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019. In Nordamerika waren es 21, in China 70 Prozent.

Starkes Plus bei Wertpapieren

Den größten Beitrag zum weltweiten Vermögensanstieg leisteten die Kapitalmärkte: Rund vier von fünf Euro des zusätzlichen Vermögens gingen auf Wertsteigerungen zurück. In Österreich verzeichneten Wertpapiere ein Plus von 8 Prozent, gefolgt von Bankeinlagen (3,1 Prozent) sowie Versicherungen und Pensionen (1,5 Prozent). "Der Wertpapieranteil am Portfolio erreichte mit 46,2 Prozent einen Rekordwert und lag deutlich über dem westeuropäischen Schnitt von 36,8 Prozent, während der Anteil der Bankeinlagen auf einen historischen Tiefpunkt von 37,3 Prozent fielen", so die Studienautoren.

Zurück zu Österreich: Hier habe sich die Schuldenseite der privaten Haushalte "solide" entwickelt. Die Verbindlichkeiten nahmen im Vorjahr um 0,9 Prozent auf 218,9 Mrd. Euro zu, Hypothekendarlehen sanken um 0,6 Prozent. "Das Netto Geldvermögen stieg dadurch um 6,3 Prozent auf 749,7 Milliarden Euro, die Verschuldungsquote fiel von 23,5 auf 22,6 Prozent. Mit 82.260 Euro pro Kopf belegte Österreich im weltweiten Ranking unverändert Rang 16", so die Allianz.