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NEW BUSINESS 7/2015

Foto: Gabriele Sonnberger • Illustration: Claudia Molitoris COACHING-ZONE Die Entwicklung eines Teams durchläuft vier Phasen. Wer besser weiß, wie es seinem Team geht, der kann auch besser führen. Wie spät ist es auf Ihrer Team-Uhr? N eulich klagt mir eine Führungskraft ihr 58 NEW BUSINESS | SEPTEMBER 2015 Leid. Ihr Team „performt“ nicht, es wird gestritten, die Timings werden nicht eingehalten, die Ergebnisse liegen weit unter den Erwartungen. In solchen Fällen bitte ich meine Klienten, ein von mir so bezeichnetes „Blutbild“ des Teams erheben zu dürfen. Also eine höchst vertrauliche Serie von Einzel-Interviews mit jedem Team-Mitglied, um herauszu nden, in welchem Zustand sich das Team befindet. Eines der besonders wirksamen Analyse-Instru mente ist die „Team-Uhr“. Sie funktioniert symbolisch wie das Zifferblatt einer Uhr und teilt den Zyklus der Entwicklung eines Teams in vier Phasen. Und auch wenn im „wirklichen Leben“ die Entwicklungsphasen nicht gleich lang sind, so hilft die Symbolik doch sehr, um eine aktuelle Einschätzung abzugeben. Die vier Phasen haben gut beschreibende Namen: Forming: Das Team ist in der Gründungsphase. In dieser Phase wird das Team-Ziel geklärt, die Team-Führungs-Person installiert (Ziel und Führung sind die elementaren Unterschiede zwischen Team und Gruppe!) und die Aufgabenverteilung zugeordnet. Storming: Das „reinigende Gewitter“/Kon ikte werden ausgetragen. Diese Phase ist vergleichbar mit der menschlichen Pubertät. Wir würden sie gern vermeiden, leider müssen wir da aber durch. Norming: Abgeklärt durch das Storming, entstehen hier die wirklich haltbaren Regeln – die „Standards and Procedures“. Performing: Lustvolles Leisten ist möglich. Der Erfolg stellt sich ein und wir genießen es, dass alles so gut läuft. Leider ist dieser Zustand nicht ewig verlängerbar, weil sich der Zeiger der Uhr weiterdreht und durch jede Veränderung blitzartig ein anderer Team-Zustand eintreten kann. Die Befragung ergab das in der Gra k demonstrierte Bild. Es macht deutlich, dass das Team ziel- und orientierungslos ist, seine wesentlichsten Leistungs-Parameter nicht geklärt hat und deshalb nicht „performt“. In der Lösungs- Arbeit haben wir im ersten Schritt NICHT selbstquälerisch geforscht, was schlecht läuft, sondern eine zentrale Frage untersucht: Was hat die drei Team-Mitglieder, die das Team im „Norming“ sahen, bewogen, diese Wertung abzugeben? Diese Frage wurde dem ganzen Team gestellt, um gemeinsam die positiven Ausnahmen des Arbeitsalltags zu entdecken. Und dann haben wir genau diese Erkenntnisse genützt, um sie dort anzuwenden, wo es noch knirscht. Diese Methode nennt man „In den Ausnahmen stecken die Lösungen“ und die praktische Anwendung besteht in der Suche nach dem positiven Unterschied. Aber das ist eine andere Geschichte. www.drsonnberger.com DR. HANNES SONNBERGER, DR. SONNBERGER BUSINESS COACHING Hannes Sonnberger war viele Jahre in führenden Positionen in Werbeagenturen. Seit 2005 arbeitet er als zertifi zierter Business-Coach mit den Schwerpunkten Führung, Konfl iktmanagement, Burnout-Prophylaxe und Teamarbeit.


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