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NEW BUSINESS 7/2015

COVERTHEMA WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, beziehen in NEW BUSINESS Stellung zum Unternehmertum in Österreich. Langer Atem und die „Kultur des Scheiterns“. 18 NEW BUSINESS | SEPTEMBER 2015 Fotos: WKO, IV/Markus Prantl D ie Gründung eines Unternehmens geht mit bürokratischen Hürden, nanziellen Herausforderungen und intensiver Planung einher. Nach der Gründungsphase gilt es durchzuhalten. Dabei helfen die großen Institutionen des Landes, Wirtschaftskammer (WKÖ) und Industriellenvereinigung (IV). Sie stehen Jungunternehmern wie erfahrenen Geschäftsführern beratend und unterstützend zur Seite. NEW BUSINESS bat Christoph Leitl, Präsident der WKÖ, und Christoph Neumayer, Generalsekretär der IV, zu einem Interview, in dem sie über österreichische Hürden, internationale Vorbilder, aber auch die Möglichkeit des Scheiterns sprechen. Herr Dr. Leitl, warum lohnt es sich, Unternehmer in Österreich zu sein? Weil unsere Unternehmer auf die Chancen schauen und nicht auf das Risiko. Das ist gut für den Standort, aber auch für die Mitarbeiter. Die Rahmenbedingungen für Unternehmensneugründer werden stetig besser, Stichwort Crowdfunding, oder ein gut funktionierendes Fördersystem. Zudem kann, wer in Österreich Unternehmer sein will, auf ausgezeichnete ausgebildete Fachkräfte, viele innovative und kluge Köpfe und hervorragende Lebensbedingungen zurückgreifen. Bei bestehenden Schwierigkeiten wie etwa zu hohen Lohnnebenkosten oder verbesserbaren Investitionsanreizen muss man bald zu Lösungen nden. Mit welchen Hürden müssen Unternehmer hierzulande rechnen? Hier attestieren uns diverse internationale Reportings nahezu deckungsgleiche Analysen: unter anderem die hohe Steuer- und Abgabenbelastung, verbesserungswürdige Rahmenbedingungen für Unternehmen und die bremsende Bürokratie. Dies ist dick zu unterstreichen, hier müssen wir nun rasch die Schlagzahl erhöhen. Von welchen Ländern könnte sich Österreich in Sachen Gründertum etwas abschauen? Von jenen Ländern, die viel aktiver die eigene Zukunft anpacken. Etwa wenn ich an Litauen denke, das massiv in Zukunftstechnologien investiert und Europas Breitband Paradies ist. Zudem verzeichnen die Universitäten in Litauen einen zwei Mal höheren Anteil an Studenten in den Fachbereichen „Engineering, Manufacturing und Construction“ als der Rest Europas. Welchen Service bietet die WKÖ, um Unternehmer zu fördern und zu unterstützen? Grundsätzlich versuchen wir, einen Nährboden für unternehmerische Tätigkeit zu schaffen. So haben wir es geschafft, dass Finanzierungsmöglichkeiten über Crowdfunding massiv verbessert werden. In Gestalt der Gründerzentren haben wir vor Ort in ganz Österreich alle Möglichkeiten, um Jungunternehmer bei ihrem Schritt in die Selbstständigkeit zu unterstützen und sie zu begleiten. Wir bieten aber auch ganz spezielle Angebote, etwa die Pitching Days, an denen wir ausgewählte Start-ups in weltweite Metropolen, aktuell im November London, einladen, um vor internationalen Investoren ihr Konzept zu präsentieren und zu „pitchen“. Ein solches Programm gibt es auch für das Silicon Valley. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich


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