Faßmann und Köstinger präsentierten Pläne zur Bioökonomiestrategie © APA - Austria Presse Agentur

Die Regierung verabschiedet in ihrer wöchentlichen Sitzung am Mittwoch eine Bioökonomiestrategie. "Es geht darum, den Weg hin zu einer erdölfreien Gesellschaft aufzuzeigen", sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) vor dem Ministerrat zu der ins Auge gefassten Bioökonomiestrategie.

Bis Herbst solle ein konkreter Arbeitsplan ausgearbeitet werden. Denn: "Der Klimaschutz ist der Bundesregierung wirklich ein wichtiges Anliegen", betonte Köstinger. An dem Projekt sind auch das Infrastruktur- und Bildungsministerium beteiligt. "Die Frage der Kreislaufwirtschaft ist für die Wissenschaft eine wichtige Sache", meinte Bildungs-Ressortchef Heinz Faßmann (ÖVP) dazu.

Es geht darum, nicht erneuerbare Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Österreichs größtes Rohstoffpotenzial sei Holz, die Landwirtschaft das zweite Standbein für die Bioökonomie, heißt es in einer der APA vorliegenden Unterlage. Die Strategie widmet sich auch dem Kampf gegen die Bodenversiegelung. Leerstehende Gewerbefläche an Stadträndern sollten genützt werden anstatt auf der grünen Wiese neu zu bauen.

Das Thema betrifft nicht nur Bauern und Forstwirte, sondern mehrere große Branchen, darunter Papier-, Leder-, Textil-, Chemie- und Pharmaindustrie und auch Teile der Energiewirtschaft. Die Baustoffindustrie hat im Vorfeld mehr Sachlichkeit eingefordert. Die Unternehmen der Stein- und keramischen Industrie seien mit drohenden Eingriffen in den freien Wettbewerb durch Schlechterstellungen von Baustoffen konfrontiert, weil Holz forciert werde.

Laut einer Expertenbefragung liegt ein enormes Potenzial in der Bioökonomie, sie könne mit 31 Prozent zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen. Die eingebundenen Fachleute drängen darauf, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Vergleich zum Gesamtrohstoffeinsatz bis 2030 gegenüber 2012 um die Hälfte zu erhöhen.

Die Erstellung der Bioökonomiestrategie war im Mai 2018 ankündigt worden. Sie ist Teil der "#Mission2030" genannten Klima- und Energiestrategie.