Zahl der Immobilienverkäufe leicht rückläufig © APA - Austria Presse Agentur

Der seit Jahren anhaltende Boom am heimischen Immobilienmarkt hat im ersten Halbjahr eine Verschnaufpause eingelegt. Die Verkaufszahlen sind nicht gestiegen. In den amtlichen Grundbüchern wurden 64.171 Verbücherungen verzeichnet, um 730 oder 1,1 Prozent weniger als im Halbjahr 2018, ergab eine Analyse des Maklerverbundes RE/MAX. Doch obwohl weniger Immobilien verkauft wurden, stieg der Wert.

In Summe wurden im ersten Halbjahr in Österreich Immobilien im Wert von 16,4 Mrd. Euro verkauft, ein Plus von 764 Mio. Euro oder fast 5 Prozent. Bei RE/MAX wird für das zweite Halbjahr eine weiterhin sehr hohe, wenn auch leicht rückläufige Anzahl an Immoverkäufen erwartet.

"Die Rahmenbedingungen für Immobiliengeschäfte sind unverändert positiv: Das Immobilienangebot ist in weiten Teilen des Landes nach wie vor gut, die Nachfrage hoch, das Zinsniveau historisch niedrig und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts Wesentliches ändern", so der Geschäftsführer von RE/MAX-Österreich, Bernhard Reikersdorfer, laut einer Aussendung vom Dienstag.

Am größten Wohnungsmarkt Wien sind die Verkäufe in den ersten sechs Monaten um 10,7 Prozent auf 10.445 eingebrochen. Ohne Wien wäre der Immobilienmarkt gewachsen, wenngleich es auch in der Steiermark (-2,1 Prozent) und in Kärnten (-4,6 Prozent) Rückgänge gab. In allen übrigen Bundesländern nahmen die Verkaufszahlen zu.

Das Wiener Stück am Immobilienkuchen ist kleiner geworden. Lag der Wertanteil der Wiener Immobilienkäufe am österreichischen Gesamtmarkt im ersten Halbjahr 2018 noch bei 31,9 Prozent, so ist er nun auf 28,2 Prozent gefallen. Trotzdem ist das noch immer beinahe so viel wie die verbücherten Immobilienverkäufe der Bundesländer Burgenland, Kärnten, Vorarlberg, Salzburg und Tirol zusammen.

Der größte Deal im Halbjahr war ein Gebäude mit fast 15.000 m2 Grundstück im 12. Wiener Bezirk um mehr als 45 Mio. Euro.