Die deutschen Kassen klingeln © APA - Austria Presse Agentur

Dauer-Wachstum und Rekordüberschuss: Deutschland hat seine Sonderstellung in Europa im vergangenen Jahr behauptet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2017 mit 2,2 Prozent so stark wie seit 2011 nicht mehr und damit bereits das achte Jahr in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die gute Konjunktur macht sich auch positiv im Staatshaushalt bemerkbar: Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 38,4 Mrd. Euro mehr ein als sie ausgaben. Einen so hohen Überschuss hat es noch nie gegeben. Es ist bereits das vierte Jahr in Folge mit schwarzen Zahlen.

"Die deutsche Wirtschaft eilt von Erfolg zu Erfolg", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Sie trotzte damit der Verunsicherung von außen - etwa durch den geplanten EU-Austritt Großbritanniens oder den Kurs von US-Präsident Donald Trump. Dafür sorgten der steigende Konsum, zunehmende Exporte, Bauboom und stärker investierende Unternehmen.

2018 dürfte das Ergebnis ähnlich gut ausfallen, sagen die deutsche Regierung und Institute voraus. Rekordbeschäftigung und steigende Reallöhne stützen die Kauflaune der Verbraucher, während die anziehende Weltkonjunktur gute Geschäfte für die Exporteure verspricht. Der Bau profitiert von anhaltend niedrigen Zinsen, während die Unternehmen angesichts voller Auftragsbücher erneut mehr investieren dürften.

Es gibt allerdings auch Risiken, die den Höhenflug bremsen könnten. "Dazu zählt die geopolitische Lage, besonders der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA sowie mögliche Eskalationen im Mittleren Osten", sagte DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier. "Das starke Schuldenwachstum in China weckt ebenfalls Besorgnis." Für die EU bleibe der Ausgang der Brexit-Verhandlungen ungewiss, ebenso wie die Lösung des Katalonien-Konflikts.